Die Geschichte des GRÜNWALD Hauses
am Josefsplatz in Baden

Die Familie Kresse führte bis 2 Jahre vor Kriegsende das Hotel Kresse als "Hotel garni" am Standort Kaiser Franz Josefs Ring Nr.51, dem heutigen Josefsplatz Nr.12.
Kurz vor Kriegsende zog die Post interimistisch ein. 1945 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff völlig zerstört.

Am 5.Mai 1949 kaufte Julius Grünwald, der damals am Rainerring Nr.18 ein Optiker Geschäft betrieb, die Ruine mit einem Kauf- und Leibrentenvertrag Index angepasst an den Gehalt eines "unverheirateten Bundesbeamten der Verwendungsstufe D, 19.Gehaltsstufe (Kanzleigruppe, Ob-Offizial)" von den Geschwistern Juliane (JG 1888) und Rudolf Kresse (JG 1894).
Bereits im darauffolgenden Oktober wurde mit dem Wiederaufbau begonnen.
Ziel des Großvaters der jetzigen Eigentümer Claus und Christian war, ein "Wohn- und Geschäftshaus" aus den Trümmern des zerbombten Gebäudes zu errichten.

Im Dezember 1950 wird die Optiker Grünwald KG gemeinsam mit der Ehefrau Margarete und den Söhnen Herbert (6) und Helmuth (7) gegründet, die von ihrem Großvater Adolf Supper als Kurator vertreten werden.

Bereits im Mai 1951 nehmen das Optiker Geschäft, der heutige Optiker Grünwald, das Elektrogeschäft Klinger, das Schuhfachgeschäft Bierbauer und der Vorgänger des Reisebüros Herold, die vereinigten Autotaxiunternehmungen der Stadt Baden "Taxibus", ihren Betrieb auf.

1952 sucht Margarete Grünwald um Genehmigung zum Betrieb einer Fremdenpension an und erhält im Oktober nach intensivem Briefverkehr mit den Gewerbebehörden die Konzession als Nachfolger der Franz Kresse & Söhne OHG.

Im Februar 1956 wird bei einem Lokalaugenschein der BH Baden festgehalten, dass die Geschäftslokale im Erdgeschoß bereits betrieben werden, im 1.Stock ein Augenarzt – Dr. Kiss – ordiniert und die Unternehmerfamilie eine Wohnung im 2.Stock unterhält.
Weiters ist das gesamte Haus bereits an Wasser und Kanal angeschlossen, Elektrizität ist eingeleitet, das Haus mit einer Zentralheizung ausgestattet und wird mit Kohle beheizt, die Fremdenzimmer, Aufenthaltsräume und der Frühstücksraum sind noch nicht eingerichtet.

Trotz großen Einsatzes der gesamten Familie verlangsamt sich der Weiterbau in den darauf folgenden Jahren, das Geld ist knapp. Alle Zimmermannarbeiten wie zum Beispiel Fenster, Türen, Kästen, sowie die Böden werden vom Schwiegervater von Julius dem Zimmermann-Meister Adolf Supper übernommen.

Im Dezember 1956 erhält Klara Kresse die Leibrente ihres Gatten Rudolf Kresse zugesprochen.

Im November 1960 wird die Gast- und Betriebsstätten Genehmigung für das Hotel erteilt, wobei noch einige Auflagen erfüllt werden müssen.
1961 wird eine Ölfeueranlage anstatt der Kohleheizung installiert.

Im April 1964 wird der neu eingebaute Aufzug vom TÜV abgenommen und am 15.5.1965 das HOTEL JOSEFSPLATZ offiziell eröffnet.

Nach Modernisierungs- und Verbesserungsarbeiten, Ausstattung der Zimmer mit Bad, Dusche, WC, wird das Hotel am 1.6.1968 zu einem Kategorie A Hotel mit 50 Betten.

Im Jänner 1975 wird der 32jährige Helmuth Grünwald zum Geschäftsführer ernannt und von seiner Frau Emma, die für den Tagesbetrieb und die Buchführung verantwortlich ist, tatkräftig unterstützt.
Nach einigen wirtschaftlich turbulenten Jahren in den frühen 70ern wird die Ertragslage des Hotel Josefsplatz mit Hilfe externer Berater analysiert und das Konzept geändert.
Aufgrund der extremen saisonalen Belegungsschwankungen, mit der Hauptsaison im Sommer, in der man die doppelte Kapazität benötigt hätte und dem Winter, in der nur sehr wenige Gäste zu beherbergen waren, da die Kurgäste ausblieben, konnte aufgrund der hohen Fixkosten nicht positiv bilanziert werden.

Ab Juni 1975 wird das bis dahin als "Hotel garni" geführte Hotel schrittweise in ein Apartmenthaus umgebaut, mit dem Ziel, Gäste mit einer längeren Verweildauer anzusprechen. So entstehen 12 Apartments und 8 Zimmer.

Im Sommer 1979 übernimmt Dr. Ingeborg Wurz die Augenarzt Ordination des in Ruhestand gegangenen Dr. Kiss.

Am 19.September 1984 verstirbt Firmengründer Julius im 74.Lebensjahr, 3 Jahre später seine Frau Margarete mit 75 Jahren.

Ende 1990 einigen sich die beiden Erben der Liegenschaft Helmuth und Herbert Grünwald die Bereiche Optiker Betrieb und Hotel nach der bereits erfolgten wirtschaftliche Trennung auch rechtlich (endgültig) zu teilen.
Claus Grünwald (JG 1966), der bereits seit 1987 im Betrieb mitarbeitet, steigt im Dezember 1990 als Teilhaber und Prokurist in die Grünwald KG ein und betreibt diese gemeinsam mit seinem Vater Helmuth.

1991 wird beschlossen den Hotelbetrieb einzustellen. Die Flächen werden an Geschäftsmieter und Firmen vermietet. Die verbleibenden Appartements werden an Dauermieter vergeben. Dieses Konzept geht auf.

Bereits 1988 zieht Rosa Cech mit FIGURELLA in den 3.Stock ein. Im Oktober 1989 mietet sich das Gesundheits- und Schönheitsinstitut TOMASIN ein. Christine Tomasin ist mit ihrem Institut bis heute Mieterin im GRÜNWALDhaus.

Nach dem Auszug des Schuhgeschäfts Bierbauer im Jahr 1990 entschließen sich Helmuth und Claus einen weiteren Schritt zur Flächenoptimierung zu unternehmen und bauen gemeinsam mit dem neuen Mieter E.A.GENERALI unter dem damaligen Chef Franz Geiger den Trakt der ehemalige Hotel Rezeption um.
Der Haupteingang des Gebäudes wird in den Bereich des ehemaligen Schuhgeschäfts verlegt, wo er sich bis heute befindet.
Somit entsteht eine zweigeschossige Fläche die bis in das Jahr 2000 von der GENERALI Versicherung genutzt wird und nach deren Übersiedlung von Marcus Geiger und seinem RFL Maklerbüro angemietet wird.
Im Herbst mietet sich das Unternehmen JURAI IMMOBILIEN in den 4.Stock ein, wo es bis Ende 1999 bleibt.

Ende 1992 wird ein neuer Gesellschaftvertrag ausgearbeitet und im Dezember 1993 übergibt Helmuth die Liegenschaft mit dem Einverständnis seiner Gattin Emma an die beiden Söhne Claus und Christian.

In den darauffolgenden Jahren sind die Geschäftsflächen und Wohnungen durchgehend vermietet und so wird in eine moderne neue Gaszentralheizung investiert.

1998 kommt es nach einer feuerpolizeilichen Beschau wieder zu einigen Verbesserungen und Investitionen im Haus.

Am 21.11.2000 verstirbt Helmuth Grünwald im Alter von 57 Jahren viel zu früh. Seine Söhne Claus und Christian ändern nach seinem Tod die Gesellschaftform und betreiben das Unternehmen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts bis heute.

Klara Kresse, die ihre Pension genießen konnte, verstirbt 2002 im 97.Lebensjahr nachdem sie 52 Jahre Leibrente für das Grundstück Josefsplatz 12 erhalten hatte.

Im April 2005 übernimmt Dr. A. Kummer die Augenarztordination von Dr. Wurz und richtet sie als eine sehr moderne Praxis mit einem Operationsraum ein.
Im Herbst 2006 wird dem Umweltgedanken Rechnung getragen und am Dach des Hauses eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung in Betrieb genommen.

2008 wird der alte unterirdische Öltank entfernt und der gesamte Hofbereich neu gepflastert.

Im darauffolgenden Jahr (2009) wird das Gebäude thermisch saniert und mit frischen leuchtenden Farben versehen.
Auch das Optiker Geschäft unterzieht, unter der Führung von Gernot Grünwald, den Auslagen- und Eingangsbereich einem kompletten Relaunch.
Das positive Feedback für die neue Fassade des Hauses im Herzen Badens ist sehr groß. Die Isolierung des Gebäudes trägt wesentlich zu nachhaltiger Energieersparnis bei.

2010 wird das Apartmenthaus Josefsplatz in dasGRÜNWALDhaus umbenannt, die Historie niedergeschrieben und auf der Homepage veröffentlicht.
Die gesamte corporate identity wird den Außenfarben des Hauses angepasst

2013 Die Gesellschaftsform des Unternehmens wird auf eine Hausgemeinschaft (HG) geändert.
Im Frühjahr 2014 wird auch die oberste Geschoßdecke am Dachboden isoliert.
Mit dem Jahresende 2014 geht Frau Hallmann mit dem Reisebüro Herold in den wohlverdienten Ruhestand. Als Nachfolge Unternehmen des “Taxibus” war sie seit 1951 also 63 Jahre Mieter in unserem Haus. Wir wünschen ihr Alles Gute für den nächsten Lebensabschnitt!